Abenteuer kennen kein Geschlecht: Warum wir Spielzeug nicht in Rosa und Blau unterteilen!

Abenteuer kennen kein Geschlecht: Warum wir Spielzeug nicht in Rosa und Blau unterteilen!

Herzlich Willkommen zum dritten Teil von „Aus dem Köcher“!

Letztes Mal sind wir tief in die Geschichte eingetaucht und haben uns angeschaut, warum der Bogen für mich die genialste Erfindung der Menschheitsgeschichte ist. Heute möchte ich aber einmal den Blick von der Vergangenheit in die Gegenwart richten – und zwar aus einem ganz konkreten Anlass.

Vor ein paar Tagen erreichte mich auf Instagram ein Kommentar, der mich kurz innehalten ließ. Die Kernfrage lautete kurz und knapp: „Und was gibt es für Mädchen?“

Der Hintergrund? In unserem Shop seht ihr das Tibola Bogenset, sowie Holzschwerter und Spielzeugautos von unseren befreundeten Marken. Und anscheinend hält sich wacker das Gerücht, dass diese Dinge – Abenteuer, Rittertum und Technik – nichts für Mädchen seien. Dass Mädchen vielleicht etwas anderes brauchen. Etwa Puppen und pinke Kleider?

Da ich gerne klare Worte finde möchte ich heute einmal erklären, warum es bei Tibola keine „Jungs-Abteilung“ und keine „Mädchen-Abteilung“ gibt – und warum das genau so gewollt ist.

Spielzeug ist Werkzeug für die Fantasie

Ich habe euch ja schon erzählt, dass ich ein Spielkind geblieben bin und meine Kindheit draußen in der Natur oder drinnen mit Lego-Burgen verbracht habe. Erinnern wir uns doch mal zurück: Wenn wir als Kinder im Wald einen Stock gefunden haben, war das dann ein „Jungs-Stock“ oder ein „Mädchen-Stock“?

Es war ein Zauberstab, ein Degen, ein Schwert oder ein Zepter. Kinder sehen die Welt nicht durch die Brille von Marketing-Abteilungen. Bei Tibola produzieren wir nachhaltiges Holzspielzeug, das genau diese Freiheit fördern soll. Ein Holzschwert ist nicht nur eine Waffe für einen Ritter. Es ist das Werkzeug einer Abenteurerin oder der Schlüssel zu einer verborgenen Welt. Warum sollten wir Mädchen diesen Spaß vorenthalten?

Gestatten: Prinzessin Ella – Das Gegenbeispiel

Wer glaubt, dass Schwerter nichts für Prinzessinnen sind, der hat Eleanor „Ella“ Arrow noch nicht kennengelernt.

Ihr kennt ja bereits meinen gekrönten Bogenschützen Archie aus dem Tibola-Logo. Aber Archie ist in meiner Geschichte nicht allein. Ella ist seine Zwillingsschwester. Und wer in unserem Königreich Tibola darauf wartet, dass Ella im Turmzimmer sitzt und gerettet werden muss, der kann lange warten.

Ganz im Gegenteil. Ella trägt zwar eine Krone, aber dazu keinen unpraktischen Reifrock, sondern einen weißen Waffenrock mit einem goldenen Löwen darauf und robuste Lederstiefel. An ihrer Seite hängt kein Handtäschchen, sondern ein goldenes Schwert. Sie ist eine starke Kämpferin, die Schulter an Schulter mit ihrem Bruder Abenteuer besteht.

Sie steht symbolisch für das, was ich mit Tibola vermitteln möchte: Auch Mädchen sind stark und tapfer. Und genau das sollte in der Erziehung auch selbstverständlich sein. Sie kann eine Krone tragen und das Kommando übernehmen. Wenn Ella zur Tat schreitet, dann tut sie das mit demselben Selbstbewusstsein wie Archie. Und das ist es doch, was wir auch unseren Mädchen beibringen wollen, oder?

Übrigens ist Ella damit in bester Gesellschaft. In der Kinderliteratur – man denke nur an Astrid Lindgren – finden wir viele Beispiele für starke Mädchen und Prinzessinnen, die auf Bäume klettern. Auch die Geschichte zeigt uns das: Es gab immer wieder starke Frauen, die Seite an Seite mit Männern gekämpft haben. Denken wir nur an Johanna von Orleans, die in Rüstung ganze Armeen anführte oder Pretty Nose, eine Arapaho-Frau, die 1876 in der Schlacht am Little Bighorn kämpfte.

Warum wir keine Kategorien brauchen

Ich glaube fest daran: Wenn wir Erwachsenen anfangen, Rollenspiele für Kinder in Geschlechter-Schubladen zu stecken, begrenzen wir ihre Entwicklung. Ein Mädchen, das mit Autos spielt, schult ihr technisches Verständnis. Ein Mädchen, das Fechten spielt, trainiert Motorik und Selbstbewusstsein – genau wie beim Bogenschießen, das ich euch letztes Mal als Achtsamkeitstraining ans Herz gelegt habe. Und genauso gibt es Jungs, die sich gerne um andere kümmern und aus diesem Grund gerne mit Puppen spielen. Und alles davon ist richtig.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Kinder ganz unterschiedlich sind – oft sogar Geschwister, die die gleiche Erziehung genießen. Die einen klettern schon mit vier Jahren auf Bäume und schnitzen im Wald, die anderen fühlen sich mit ruhigeren Spielen wohl. Wichtig ist nur: Jedem Kind muss die Möglichkeit gegeben werden, alles zu tun, was es möchte. Und dafür muss es die Freiheit haben, sein Spielzeug selbst auswählen zu dürfen.

Unsere Antwort auf die Frage „Was gibt es für Mädchen?“ ist also ganz einfach: Alles.

Jedes genderneutrale Spielzeug in meinem Shop ist für jedes Kind gedacht, das Lust hat, die Welt zu erobern. Wir bauen Spielzeug für kleine Heldinnen und Helden – ganz egal, ob sie Archie oder Ella heißen. Und so wie ich mir wünsche, dass wir die Natur für unsere Kinder schützen, wünsche ich mir auch, dass wir ihre Fantasie schützen – vor unnötigen ausgedachten Grenzen.

Wie seht ihr das?

Das ist meine Perspektive, aber mich interessiert brennend eure! Dürfen eure Töchter Ritter spielen und eure Söhne Prinzessin? Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare!

Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

Timon

 

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar